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BMW hinkt hinter der Konkurrenz aus dem Konjunkturtal



03. November 2009, 19:11 CET

Der Autobauer BMW robbt sich deutlich langsamer aus dem Konjunkturtal als die Konkurrenz.

Absatzflaute, Rabattschlachten und teure Produktanläufe ließen den Gewinn der Münchner im dritten Quartal überraschend stark auf 78 Millionen Euro schrumpfen. Das sind drei Viertel weniger als vor einem Jahr. Analysten hatten mit 40 Millionen mehr Überschuss gerechnet. An der Börse war BMW mit einem Minus von sieben Prozent am Dienstag größter Verlierer im Dax. Der Konzern sieht sich aber auf Kurs, die tiefe Branchenkrise ohne größere Blessuren zu überstehen, und kündigte für das Gesamtjahr schwarze Zahlen an. "Wir wollen sowohl beim Ergebnis vor Steuern als auch netto positiv sein", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner. Neue Modelle sorgten für Schub.

Nach monatelangen Verlusten war BMW im zweiten Quartal 2009 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Wegen erster Hoffnungsschimmer in der krisengeschüttelten Autobranche wurde dem einst erfolgsverwöhnten Konzern diesmal mehr zugetraut. Zudem hatte sich Rivale Daimler zuletzt mit rigorosem Sparen in die schwarzen Zahlen zurückgekämpft. In der Kernsparte Mercedes-Benz Pkw fuhren die Stuttgarter ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 355 Millionen Euro ein. Die wie BMW und Daimler um die besonders zahlungskräftige Kundschaft kämpfende VW-Tochter Audi verbuchte operativ 348 Millionen Euro. BMW erzielte konzernweit 55 Millionen Euro Ebit, in der Autosparte fiel sogar ein Verlust von 76 Millionen an. Nur dank höherer Zinserträge lag der Konzernüberschuss über dem operativen Ergebnis.

FUSS BLEIBT AUF KOSTENBREMSE

BMW verwies auf schrumpfende Absätze und Preiskämpfe im Markt. Um den Verkaufsdruck zu reduzieren und weitere Nachlässe zu vermeiden, habe der Konzern seinen Händlern weniger Autos auf den Hof gestellt, sagte Eichiner. Neue Modelle wie der kleine Geländewagen X1 und die Reiselimousine 5er GT würden ohne Rabatte verkauft. Der teure Produktionsanlauf der beiden Modelle, die derzeit in den Markt eingeführt werden, werde sich bald auszahlen. Die Bestellungen lägen über den Erwartungen, sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Ab nächstem Jahr profitiere BMW von der allmählichen Markterholung und weiteren Anläufen. 2010 kommt der neue 5er, in den Folgejahren der neue 1er und 3er; gemeinsam stehen sie für die Hälfte des Absatzes.

Das Sparprogramm werde fortgesetzt, sagte der BMW-Chef, der bereits 2007 - weit vor der Krise - massiv auf die Kostenbremse getreten und rund 10.000 Stellen abgebaut hatte. Wie viel Geld der Konzern durch die monatelange Kurzarbeit 2009 gespart hat, wollte Reithofer nicht sagen. Ob sie nach dem Jahresende fortgesetzt wird, ließ er offen. Auch zum Ausbau der Kooperation mit Daimler und dem französischen Kleinwagenbauer PSA Peugeot Citroen äußerte er sich nicht. Konkurrent Audi kann als eine von vielen VW-Töchtern von Größenvorteilen profitieren.

Für 2009 sieht Reithofer zehn bis 15 Prozent weniger Absatz als die 1,4 Millionen Autos von 2008 an. Nach dem kleinen Plus im September - dem ersten seit einem Jahr - würden die Verkäufe in den restlichen Monaten 2009 jeweils steigen, auch weil die Vergleichszahlen niedrig sind. Der Konzern hatte stärker als die Konkurrenz unter den Einbrüchen in den USA gelitten. Weil die amerikanischen Verbraucher weiter hoch verschuldet sind und ihnen wenig Luft für Neuanschaffungen bleibt, rechnet der Konzern dort mit einer langsameren Erholung als bisher, wie Nordamerika-Chef Jim O'Donnell Reuters sagte.

Während sich in den USA die Restwerte für Gebrauchtwagen bereits wieder erholt hätten, gebe es in Europa wegen staatlicher Kaufanreize weiter Probleme, sagte Reithofer. In Deutschland wirkte sich die Abwrackprämie auch im Oktober noch aus. Der hohe Auftragsbestand ließ die Neuzulassungen um knapp ein Viertel auf 321.000 ansteigen, hieß es vom Verband VDIK.

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