Industrie wächst wieder - Brüderle optimistisch 02. November 2009, 17:18 CET
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hält die Wirtschaftskrise schon in wenigen Jahren für überwunden. ![]() Former Economy Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (L) and and his successor Rainer Bruederle, (FDP) shake hands after he handed over the ministry in Berlin October 29, 2009.
![]() ![]() "Ich bin zuversichtlich, dass wir es in zwei bis drei Jahren geschafft haben", sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung vom Montag. Es gehe langsam bergauf. Damit ist er deutlich optimistischer als führende Wirtschaftsforschungsinstitute und die Bundesbank. Anzeichen für die Erholung sind mittlerweile auch in der Industrie zu erkennen, die sich nach 15 Monaten aus der Rezession gelöst hat. Die anziehende weltweite Wirtschaft verhalf den Unternehmen dabei zu einem kräftigen Auftragsplus. Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex stieg auf 51,0 Punkte und lag damit zum ersten Mal seit Juli 2008 über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Zugute kam den Firmen dabei die Nachfragebelebung. In der Folge steigerten sie ihre Produktion so stark wie seit Juni 2008 nicht mehr. Dennoch ist die Krise noch nicht überwunden: Darauf deuten der anhaltende Lagerabbau und die weiteren Stellenstreichungen hin. Für die kommenden Monate sei nun mit einer steigenden Arbeitslosigkeit zu rechnen, sagte Brüderle. Bisher verhinderte die Kurzarbeit, dass sich die Krise allzu verheerend auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Doch viele Firmen können sich das auf Dauer nicht leisten und müssen Mitarbeiter entlassen. Immerhin steige die Zahl der Arbeitslosen nun wohl nicht so stark wie noch im Frühjahr befürchtet, sagte Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter der "Bild"-Zeitung. Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit erwartet für 2010 im Jahresschnitt 4,1 Millionen Menschen ohne Stelle. Rückschläge drohen möglicherweise zudem vom Export. Darauf deutet eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hin. So beurteilten die Firmen die Aussichten für die kommenden zwei bis fünf Jahre deutlich verhaltener als in früheren Umfragen, heißt es in dem Bericht. "Die große Euphorie ist derzeit verflogen." Viele Kundenbeziehungen deutscher Firmen existierten nicht mehr, und auch die Nachfrage habe sich noch nicht vollständig erholt. Fast vier von fünf Firmen sprachen von Auftrags- und Absatzproblemen auf ihren Exportmärkten. Zunehmend seien Protektionismus und Marktabschottung zu beobachten, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke. Die Konjunkturprogramme vieler Staaten brächten zum Teil Nachteile für deutsche Firmen mit sich. Die deutsche Wirtschaft hat sich im Frühjahr aus der Rezession gelöst, für das Sommerquartal wird weithin mit einer deutlichen Konjunkturbelebung gerechnet. Die Bundesregierung, Forschungsinstitute und zahlreiche Banken haben in der Folge ihre Prognosen für 2009 und 2010 kräftig angehoben. Allerdings sind die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und auch Bundesbank-Präsident Axel Weber zurückhaltender, was das Tempo der Erholung angeht: Sie sehen die deutsche Wirtschaft erst 2013 wieder dort angekommen, wo sie vor Beginn der Krise war. Weber hatte die neue Regierung jüngst vor Steuergeschenken auf Pump gewarnt: Steuersenkungen und Konjunkturprogramme finanzierten sich nicht von allein, etwa durch einen stärkeren Konsum mit entsprechend höheren Einnahmen aus der Mehrwertsteuer. Der Bundesbankpräsident traf sich am Montag in Berlin zu einem ersten Gespräch mit dem neuen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Wie eine Sprecherin des Ministeriums mitteilte, hatte das Treffen "keinen besonderen themenbezogenen Anlass". Copyright 2009 Reuters. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
Beitrag kommentieren![]()
![]() ![]() Mehr Weltwirtschaft + Politik
Die Regierungskoalition hat Pläne für eine weitere Verschiebung der Kürzungen der Solarförderung.
Danach sollen Anlagen auf Freiflächen jetzt noch bis En...
Die USA benötigen zur Finanzierung ihres massiven Handelsbilanzdefizits ausländisches Kapital. Doch Netto musste im Januar ein Abfluss von 33,4 Milliarde...
Kreisen zufolge wird die Fed nach der breit angelegten Neuordnung der Branche weitaus mehr Macht innehaben als bisher. Dodds Entwurf sollte die Ansiedlun...
![]() Anzeige
AVAFX Online Trading CenterGratis Demo, keine Gebühren Ab €100, Hebel 200:1, Nachrichten Wirtschaft und KonjunkturZur wirtschaftlichen Lage in Berlin, aktuelle und offizielle Daten. |