Post-Streik abgewendet - Konzern spart Millionen 30. Oktober 2009, 18:07 CET
Die Verbraucher müssen beim Versand ihrer Weihnachtskarten nicht länger Verzögerungen durch Streiks bei der Deutschen Post befürchten. ![]() Der Tarifkonflikt bei dem Bonner Konzern sei beigelegt, sagten die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis und Konzernchef Frank Appel am Freitag. Verdi setzte Garantien zur Beschäftigungssicherung durch, die Post erwartet von dem Tarifkompromiss Millionen-Einsparungen. Nun hofft Appel nach den Zugeständnissen der Mitarbeiter auch auf die Hilfe der Politik. "Wir sind ausgesprochen zufrieden mit diesem Ergebnis", sagte Kocsis. Der Konflikt sei ohne Arbeitskampf beigelegt worden. Post-Chef Frank Appel bezeichnete die Vereinbarung als "Etappensieg für stabile Erträge und sichere Arbeitsplätze". BRIEFE WERDEN WEITER VON POST-ANGESTELLTEN AUSGETRAGEN Verdi konnte die Umsetzung einer dreiprozentigen Lohnerhöhung für Dezember durchsetzen, für die Appel eine Verschiebung gefordert hatte. Zudem sollen die Arbeitszeiten nicht weiter angetastet werden. Die Laufzeit des Tarifvertrags wurde aber verlängert - vor Januar 2012 können die 130.000 betroffenen Arbeitnehmer nicht auf neue Lohnzuschläge hoffen. Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wird zudem um sechs Monate verlängert bis Dezember 2011. Einen Stellenabbau schließt Appel indes nicht aus: Arbeitsplätze könnten durch die natürliche Fluktuation der Mitarbeiter wegfallen. Im Briefgeschäft werde es keine Fremdvergabe geben, betonte Kocsis. Dies sei für die kommenden zwei Jahre ausgeschlossen. Verdi hatte im Vorfeld befürchtet, dass die Post Aufträge an billige Dienstleister vergeben könnte - und Arbeitsplätze vernichtet würden. Die Post bezifferte die Einsparungen aus der Tarifeinigung für 2010 auf etwa 140 Millionen Euro und auf 230 Millionen Euro für 2011. Die Kostensenkungen schlügen sich direkt im Briefergebnis nieder: Appel erwartet nun, dass das Ergebnis der Briefsparte nicht weiter einbricht. "ZEICHEN IN DIE RICHTIGE RICHTUNG SETZEN" Die Wirtschaftskrise macht dem ehemaligen Staatskonzern schwer zu schaffen. Vor allem der Briefbereich, der über Jahre ein sicherer Gewinnbringer war, leidet unter sinkenden Postmengen und schrumpfenden Gewinnen. Experten gehen davon aus, dass das Unternehmen im Sommer bei Umsatz und operativem Ertrag deutliche Rückgänge erlitten hat. Der Konzern will seine Zahlen für das Sommerquartal am Donnerstag (5.November) vorlegen. Appel sieht nach der Tarifeinigung nun auch die neue Bundesregierung in der Pflicht. "Die Politik muss die schwierige Situation der Post würdigen und ein Zeichen in die richtige Richtung setzen", forderte er mit Blick auf die Planungen der schwarz-gelben Bundesregierung zum Mehrwertsteuerprivileg des Konzerns und die künftige Entwicklung der Briefpreise, die die Post seit Jahren nicht mehr erhöht habe. Copyright 2009 Reuters. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
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