Continental spürt Aufwind nach Milliardenverlust 29. Oktober 2009, 11:56 CET
Nach einem Quartalsverlust in Milliardenhöhe nimmt der Autozulieferer Continental wieder Fahrt auf. ![]() Für das Schlussvierteljahr sagte das Management am Donnerstag kräftige Geschäftszuwächse voraus. Parallel dazu mistet das hoch verschuldete Unternehmen seine Bilanz aus, um die Grundlagen für die geplante Kapitalerhöhung zu legen. Auf den Firmenwert der drei Autoteile-Sparten schrieb das Unternehmen nach eigener Auskunft im dritten Quartal 876 Millionen Euro ab. Das führte zu einem Konzernverlust von einer Milliarde, verglichen mit einer schwarzen Null vor Jahresfrist. "Erst wird aufgeräumt, dann kommt die Kapitalerhöhung", kommentierte dies NordLB-Analyst Frank Schwope. An der Börse konnte Conti punkten. Der Aktienkurs legte in einem schwächeren Gesamtmarkt um 3,7 Prozent zu. Dank Abwrackprämie und striktem Sparkurs kommt der Konzern operativ voran. Der um die Abschreibungen bereinigte operative Gewinn stieg auf 413 (Vorjahresperiode: 319) Millionen Euro, die Rendite auf 7,8 (5,5) Prozent. Branchenexperten hatten mit weniger gerechnet. Die Gummi-Sparte erwies sich als gewinnträchtiger als vor Jahresfrist, während die bereinigte Rendite der Automotive-Division sank. Für das vierte Quartal 2009 rechnet Continental mit einer deutlichen Verbesserung der Umsätze und der operativen Ergebnisse gegenüber den Vorjahreswerten. Zugleich stellt sich das Unternehmen auf zusätzliche Sonderbelastungen durch das Sparprogramm ein. "Die geplanten Werkschließungen und die angekündigten Produktionsanpassungen werden im Konzern zu weiteren Restrukturierungsaufwendungen führen", hieß es in der Mitteilung. Conti stand im dritten Quartal infolge der von Siemens übernommenen Autoelektronik-Firma VDO - die Abschreibungen darauf summieren sich mittlerweile auf gut zwei Milliarden Euro - bei Banken immer noch mit 9,5 (10,8) Milliarden in der Kreide. Die geplante Kapitalerhöhung von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro soll bis Ende des ersten Quartals 2010 abgeschlossen werden, wie Konzernchef Elmar Degenhart ankündigte. Auch die Verhandlungen mit Banken über die Refinanzierung einer im August fälligen 3,5 Milliarden Euro schweren Kredittranche sollen bis dahin über die Bühne sein. Allerdings halten sich Spekulationen, dass Großaktionär Schaeffler die Kapitalerhöhung so gering wie möglich halten will, um seinen Anteil nicht zu stark verwässern zu lassen. Copyright 2009 Reuters. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
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