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Daimler spart sich in die schwarzen Zahlen



28. Oktober 2009, 00:25 CET

Mit einem milliardenschweren Sparprogramm hat sich Daimler im dritten Quartal einen kleinen Nachsteuergewinn erarbeitet.


Mercedes Benz S400 Hybrid ibtimes
Mercedes Benz S400 Hybrid in IAA Automesse Frankfurt (c) IBTimes Deutschland

Die seit Januar aufgelaufenen Verluste von rund 2,3 Milliarden Euro lassen aber einen Gewinn im gesamten Jahr in weite Ferne rücken. Vielmehr stellt sich Daimler wegen der anhaltenden Talfahrt bei Absatz und Umsatz in den kommenden Monaten auf finanzielle Engpässe bei Händlern und Zuliefern ein, die dem zweitgrößten deutschen Industriekonzern das Ergebnis nochmals verhageln könnten.

Daimler teilte am Dienstag in Stuttgart mit, nach Steuern belaufe sich der Gewinn der Monate Juli bis September auf 56 Millionen Euro. Dazu trug unter anderem der Abbau von Lagerbeständen bei, die der Autokonzern durch Überproduktion aufgebaut hatte. Zudem entlasteten ein Sparprogramm und Kurzarbeit den Konzern von Personal- und Sachkosten. Im Vorjahresquartal hatte Daimler 213 Millionen Euro verdient und war anschließend im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise in die roten Zahlen abgerutscht. Vor Steuern und Zinsen summierte sich der Gewinn im zurückliegenden Vierteljahr auf 470 Millionen Euro nach 648 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Auch im Schlussvierteljahr werde Daimler ein positives operatives Ergebnis im laufenden Geschäft erwirtschaften, stellte der vor allem mit BMW und Audi konkurrierende Autohersteller in Aussicht. Zum Jahresende würden Umsatz und Absatz aber deutlich unter den Werten des Vorjahres liegen. Nach neun Monaten hinkt der Umsatz mit 57,6 Milliarden Euro dem Vorjahreswert um 23 Prozent hinterher, der Absatz liegt mit 1,1 Millionen verkauften Pkw und Nutzfahrzeugen 30 Prozent darunter. Bei den von der Wirtschaftskrise schwer gebeutelten Nutzfahrzeugen liegt der Auftragseingang per Ende September mit rund 170.000 Fahrzeugen 49 Prozent unter 2008.

Die eigene Finanzlage schätzt Daimler dennoch als solide ein. Diese werde auch im vierten Quartal stabil bleiben, obwohl höhere Auszahlungen und Bestandsaufbau im Schlussquartal voraussichtlich zu einem negativen Cash Flow führten. Wegen der "sehr guten" Versorgung mit Barmitteln werde Daimler die Kapitalmärkte in diesem Jahr jedoch nur noch in geringem Umfang in Anspruch nehmen. "Wir sind jetzt gut aufgestellt und können mit Zuversicht ins nächste Jahr gehen, das aufgrund weltweit weiterhin schwieriger Automärkte herausfordernd bleiben wird", sagte Konzernchef Dieter Zetsche. 2010 läuft Zetsches Vertrag aus, über eine mögliche Verlängerung wird der Aufsichtsrat voraussichtlich zu Jahresbeginn entscheiden.

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