Echtheit der geschmuggelten 134,5 Milliarden Dollar immer noch unklar 19. Juni 2009, 15:16 CET
Die Widersprüche um den ominösen Schmuggelversuch von über hundert Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen bei Chiasso nehmen weiter zu. Die Finanzpolizei hat mittlerweile mehrmals ihre Meinung über die Echtheit der Papiere geändert, obwohl angeblich bereits mehrere US-Dienste an den Ermittlungen beteiligt sind oder waren. Ähnliche Artikel
![]() Nach dem versuchten Milliardenschmuggel über die Schweizer Grenze hat Italien laut der Nachrichtenagentur Reuters nun weitere amerikanische Experten in die Ermittlungen eingeschaltet. Reuters berichtet am 19. Juni, dass die Finanzpolizei Guardia di Finanza jetzt auch die US-Botschaft in Rom bat , die beschlagnahmten Staatsanleihen im Wert von 134,5 Milliarden Dollar auf ihre Echtheit zu überprüfen. Die italienischen Ermittler hegten derzeit ernste Zweifel an den Papieren, sagte der Chef der Finanzpolizei in der norditalienischen Provinz Como, Rodolfo Mecarelli, am Abend des 18. Juni. Am 13. Juni hatte Mecarelli noch gesagt, außer den zehn ominösen "Kennedy Bonds" seien die anderen Wertpapiere wohl echt, sie seien auf Filigranpapier von sehr hoher Qualität gedruckt. Bereits ganz zu Beginn der Ermittlungen, welche von der Guardia di Finanza erstmals am 4. Juni gemeldet wurden, hieß es dass der amerikanische Secret Service eingeschaltet wurde. Von etwaigen Ermittlungsergebnissen wurde aber anscheinend nichts öffentlich bekannt. Zumindest scheint aber keine Überprüfung stattgefunden zu haben, denn am 18. Juni berichtete dann der schweizerische "Blick", dass die italienische Finanzpolizei die US-Behörde Securities and Exchange Commission (SEC) zur Authentifizierung der sichergestellten Anleihen aufgefordert habe. Der "Blick" zitierte zudem den Sprecher des US Bureau of the Public Debt in Washington, Stephen Meyerhardt, mit den Worten: «Das sind eindeutig Fälschungen». Und einen Tag später soll laut Reuters also auch die US-Botschaft um eine Authentifizierung gebeten worden sein, mit einer Antwort der US-Experten werde in den kommenden Tagen oder nächste Woche gerechnet. Zwei Japaner wollten am 3. Juni mit nicht deklarierten US-Staatsanleihen im Wert von 134,5 Milliarden Dollar in die Schweiz einreisen. Am Bahnhof von Chiasso in der Schweiz wurden die beiden Reisenden festgenommen, nachdem in ihrem Koffer mit doppeltem Boden die Wertpapiere entdeckt wurden. Es handelt sich dabei um 249 US-Staatsobligationen mit je 500 Millionen Dollar Nennwert. In den vergangenen zwei Jahren wurden in Como bereits US-Anleihen im Wert von 800 Millionen Dollar von Ermittlern beschlagnahmt. Es ist auch weiterhin vollkommen unklar, woher die Wertpapiere kamen, seien sie nun echt oder gefälscht. Wären die Papiere echt, wäre der Besitzer der viertgrösste Gläubiger der US-Regierung, und zwar noch vor England mit 128 Milliarden Dollar Schulden und hinter Russland mit 138 Milliarden Dollar. Entsprechend klein ist der Kreis der möglichen Besitzer: Entweder Japan, oder China. Diese Hauptgläubiger der USA hätten guten Grund, ihre Anleihen zu verkaufen, denn diese verlieren durch den Abwärtstrend des US-Dollars stetig an Wert. Allein in den letzten paar Wochen haben US-Anleihen am Weltmarkt signifikant an Wert verloren. Copyright 2009 IBTimes Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Dieser Artikel ist durch die International Business Times geschützt.
Beitrag kommentieren![]()
![]() ![]() Mehr Weltwirtschaft + Politik
In Ost-Jerusalem ist es während eines von radikalen Palästinensern ausgerufenen \"Tags des Zorns\" zu Straßenschlachten mit israelischen Polizi...
Trotz der Erholung der US-Wirtschaft hält die Notenbank Fed an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Der Leitzins werde noch \"für eine längere Zeit\"...
Mit einem symbolischen Blutvergießen haben Regierungsgegner in Thailand ihrer Forderung nach Neuwahlen Nachdruck verliehen. Nach viertägigen friedlichen ...
![]() Anzeige
AVAFX Online Trading CenterGratis Demo, keine Gebühren Ab €100, Hebel 200:1, Nachrichten Wirtschaft und KonjunkturZur wirtschaftlichen Lage in Berlin, aktuelle und offizielle Daten. |