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Afghanistan - US-Luftangriff Anfang Mai tötete 140 Dorfbewohner



16. Mai 2009, 19:38 CET

Bei US-Luftangriffen auf zwei Dörfer in der afghanischen Provinz Farah Anfang Mai sind insgesamt 140 Zivilisten getötet worden, wie das afghanische Verteidigungsministerium am Samstag offiziell bekanntgab.

Das ist die höchste Zahl von zivilen Opfern eines Angriffs der internationalen Truppen seit deren Einmarsch in Afghanistan Ende 2001. Die von der Regierung erstellte Liste der Opfer, die Reuters vorliegt, zeigt, dass 93 der 140 Toten Kinder waren - das jüngste acht Tage alt. Bei lediglich 22 Personen handelt es sich um erwachsene Männer.

Der Vorfall hatte zu Spannungen zwischen der afghanischen und amerikanischen Regierung geführt. Die Forderung von Afghanistans Präsident Hamid Karsai nach Einstellung solcher Angriffe, lehnten die USA ab.

Das US-Militär erklärte, die tatsächliche Zahl der Toten läge unter den afghanischen Angaben. Eine eigene Zahl nannte es aber nicht, da die Toten schnell beerdigt worden seien. Die radikal-islamischen Taliban hätten die Dorfbewohner, die vor schweren Kämpfen in Häusern Zuflucht gesucht hatten, absichtlich festgehalten. Auch könnten einige Namen auf der Liste gefälscht sein. Einem US-Militärsprecher zufolge laufen zwei Untersuchungen des Vorfalls.

Zuletzt hatten die USA und Afghanistan bei der Aufklärung von Luftangriffen mit zivilen Opfern zusammengearbeitet. Meist waren sie sich in der Öffentlichkeit schnell über die Vorgänge einig. US-Truppen hatten Fehlverhalten eingeräumt und sich entschuldigt. In diesem Fall hatten das US-Militär und die afghanische Regierung in einer gemeinsamen Erklärung jedoch nur zivile Opfer bestätigt, aber keine genauen Angaben zur Zahl der Toten gemacht.

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