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Wirtschaft bricht zu Jahresauftakt um 3,8 Prozent ein



15. Mai 2009, 09:20 CET

Die Rezession in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn unerwartet deutlich verschärft.

Die Wirtschaftsleistung sank von Januar bis März um 3,8 Prozent verglichen mit dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Ein größeres Minus hat es seit Einführung der Quartalsvergleiche 1970 noch nicht gegeben. Es fiel zudem stärker aus als erwartet: 45 von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um drei Prozent vorausgesagt.

"Der Einbruch ist Folge deutlich gesunkener Exporte und Investitionen", sagte ein Statistiker zu Reuters. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben hätten dagegen leicht zugelegt und ein noch schlechteres Ergebnis verhindert. Details will das Bundesamt am 26. Mai nennen.

Der Euro gab nach Bekanntgabe der Zahlen kräftig nach. Er fiel unter die Marke von 1,36 Dollar, nachdem er zuvor noch bis zu 1,3649 Dollar gekostet hatte.

"SCHOCKSTARRE BEGINNT SICH ZU LÖSEN"

Die meisten Experten sagen auch für die kommenden Quartale eine sinkende Wirtschaftsleistung voraus. Allerdings dürfte das Minus im Frühjahr und Sommer weit weniger stark ausfallen, während am Jahresende wieder ein leichtes Wachstum möglich ist. "Die deutsche Wirtschaft war im ersten Quartal Opfer des Unsicherheitsschocks, der seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers die Weltwirtschaft in eine Schockstarre versetzt hat", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Diese Schockstarre hat sich aber inzwischen wieder etwas gelöst, weil die Maßnahmen der Notenbanken und Finanzminister zu greifen beginnen."

Das Bruttoinlandsprodukt - die Summe aller in Deutschland hergestellten Waren und Dienstleistungen - sank bereits das vierte Quartal in Folge. Ende 2008 hatte es ein Minus von revidiert 2,2 (bisher: 2,1) Prozent gegeben, während es im Frühjahr und Sommer um jeweils 0,5 Prozent nach unten gegangen war.

Die Bundesregierung und die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen für 2009 mit einem Konjunktureinbruch von sechs Prozent. Das wäre der stärkste Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik. Ursache dafür ist die globale Wirtschaftskrise, unter der Exportweltmeister Deutschland besonders leidet. Um den Absturz zu begrenzen, hat die Bundesregierung Konjunkturpakete in Höhe von rund 80 Milliarden Euro verabschiedet.

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