In Griechenland findet vom 14. bis zum 17. Mai die alljährliche Bilderberg-Konferenz statt, ein wichtiges Forum von Spitzenpolitikern und Wirtschaftsführern der westlichen Welt. Die Gespräche sind vertraulich und es herrscht ein striktes Informationsembargo. Selbst die Teilnehmerliste ist geheim, und über das Ereignis wird in der Presse kaum berichtet.

Einige britische Medien wie die „Times Online“ schreiben jedoch über die wenigen Dinge, die von dem traditionell obskuren Bilderberg-Treffen in Erfahrung zu bringen waren. So prahlt die Zeitung damit, die Lokalität zu kennen: Das 5-Sterne Astir Palace Hotel auf der Halbinsel Vouliagmeni nahe Athen. Dies sei auch bereits an der starken Polizeipräsenz, Schiffen der US-Marine und mit Maschinengewehren bewaffneten Sicherheitsleuten am Checkpoint der Zufahrt zu erkennen. Das Hotel bestätigte, dass der gesamte Komplex während der vier Tage für eine Wirtschafts-Konferenz belegt ist.
Der langjährige Bilderberg-Beobachter Daniel Estulin sagte der „Times Online“, dass „einer Informationsbroschüre zufolge, die Teilnehmern vor dem Treffen zugeschickt wurde, zwei Szenarien diskutiert werden. Entweder eine lange Depression, welche die Welt für Jahrzehnte zu Stagnation und Verarmung verdammt - oder eine intensive, aber kürzere, Depression welche den Weg freimacht für eine neue, nachhaltige wirtschaftliche Weltordnung, mit weniger nationaler Souveränität und höherer Effizienz.“
Diesen Informationen zufolge wird naheliegenderweise über die drängenden Probleme mit der Weltwirtschaftkrise diskutiert werden, und die Annahmen über den weiteren Verlauf sind sehr viel drastischer, als es von den teilnehmenden Regierungen öffentlich gesagt wird. Gleichzeitig werden etwaige Pläne und Entscheidungen hochrelevant für jeden Bürger sein, da sie direkt die wirtschaftliche Existenz betreffen. Die Menschen in Griechenland wissen ein Lied davon zu singen, viele sind perspektivlos und es kam in diesem Zusammenhang bereits zu vielbeachteten Unruhen. Auch am Donnerstag wurde in dem Land, welches zu den instabilsten in der EU gehört, gestreikt.
Über die Teilnehmerliste gibt es zwar keine offiziellen Informationen, doch „Times Online“ schreibt über ein paar Hinweise. Von dem Sprecher der Weltbank, Alexis O`Brien, habe man in Erfahrung gebracht, dass sich der Präsident der Organisation Robert Zoellick am 14. Mai zu nicht weiter genannten Aktivitäten in Athen aufhalte. Timothy Geithner vom US-Treasury habe zwei Tage lang keinerlei öffentliche Termine, und auch der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, sei zum Ende der Woche abwesend. Josef Ackermann, CEO der Deutschen Bank, ist auf Reisen irgendwo in Europa.
Von den öffentlichen Verantwortungsträgern gibt nur die finnische Regierung in einer Pressemeldung ordentlich Rechenschaft darüber, dass Premierminister Matti Vanhanen und sein Finanzminister an dem Bilderberg-Treffen teilnehmen. Es ist wohl auch einer der einzigen handfesten Hinweise auf das Treffen von offizieller Seite überhaupt. Auch die Natur der Konferenz wird in einem hier wörtlich übersetzten Satz kurz benannt: „Die Bilderberg Gruppe ist eine inoffizielle Konferenz von einflussreichen Personen aus der Wirtschaft, den Medien und der Politik. Sie ist nach einem niederländischen Hotel benannt, wo das Treffen 1954 zum ersten Mal stattfand.“
Times Artikel: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article6283373.ece
Pressemeldung der Regierung Finnlands: http://www.vn.fi/ajankohtaista/tiedotteet/tiedote/en.jsp?oid=261475

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