Es ist dasselbe Phänomen wie während der "Great Depression": Immer mehr Städte und Gemeinden in den Vereinigten Staaten, die unter Geldnot leiden, führen ihr eigenes lokales Geld ein, um den Warenkreislauf vor Ort etwas zu unterstützen. Auch New York hat eine solche, lokale Währung, genannt "Ithaca Hours". Die größte regionale Währung in den USA stellen die "BerkShares" in Massachusetts dar, die es bereits seit 2006 gibt und von denen bereits Geldscheine im Wert von 2,3 Milliarden "echten" US-Dollars herausgegeben wurden.

Die "BerkShares" kann der Käufer ganz normal bei einer von 12 teilnehmenden Banken kaufen, wobei es einen Ausgaberabatt gibt, in diesem Fall zahlt man 95 US-Dollar für 100$ BerkShares, mit denen man dann in rund 370 Geschäften in der Berkshire Region bezahlen kann. Die in Dollar angegebenen Preise kann man dort nicht nur mit Dollars, sondern ebenso mit einer äquivalenten Summe von "BerkShares" bezahlen. Die Händler der Region geben effektiv also einen Rabatt, der mit 5 Prozent ähnlich hoch ist wie die Kreditkartengebühren, profitieren im Gegenzug dann davon, dass mehr Umsatz vor Ort verbleibt.
Die Gründerin von "BerkShare" Susan Witt sagt, dass derzeit etwa ein Dutzend Lokalwährungen in den USA verwendet werden. Die "Detroit News" geht sogar von 75 regionalen Währungen aus. Der Vorteil ist natürlich, den Wirtschaftskreislauf in den Gemeinden und Regionen aufrecht zu erhalten und einem Mittelabfluss entgegenzuwirken, während immer mehr Banken pleite gehen und durch die Wirschaftskrise immer weniger Geld bis zu den Bürgern und Unternehmen vordringt. In diesem Umfeld ist es möglicherweise auch ein psychologisch nützlicher Effekt, selbst etwas tun zu können, und der Entwicklung nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Gleichzeitig kann es auch eine Versicherung gegen einen "worst case" sein, wenn bereits autarke Systeme zur Tauschwirtschaft vor Ort etabliert wurden.
Steuern werden allerdings weiterhin fällig, und müssen in "echten" Dollars bezahlt werden. Dadurch können solche regionalen Geldsystem auf die Dauer ausbluten, und es muss immer noch ein Großteil des Zahlungsverkehrs in offiziellen Dollars abgewickelt werden. Ein Fortschritt wäre es, wenn die Stadtverwaltungen kooperieren und städtische Steuerzahlungen auch in lokalem Geld akzeptierten.
Auch in Deutschland gibt es bereits seit einiger Zeit lokales Geld, wie es z.B. vom Verein Regiogeld e.V. (www.regiogeld.de) gefördert wird. Seit gut 6 Jahren erfolgreich im Einsatz ist der "Chiemgauer" in der gleichnamigen Region. Ein ganz neues Projekt ist der "Donau-Taler" in Riedlingen. Auch hier wollen Volksbank und Sparkasse kooperieren, und lokale Betriebe sind dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber und in diesem Fall auch die Initiatoren. Auch in Europa gab es solche Projekte bereits in der Weltwirtschaftskrise, und zu Weltruhm gelangte "das Wunder von Wörgl", wo durch die Benutzung von Freigeld der Warenkreislauf wieder in Gang kam, die Arbeitslosigkeit sank, Wohltätigkeitsinitiativen finanziert wurden und die städtische Infrastruktur verbessert wurde. Allerdings nur für ein Jahr, denn 1933 klagte die Österreichische Nationalbank, selbst ein Privatunternehmen, gegen das Regionalgeldprojekt weil ihr beanspruchtes Geldmonopol in Gefahr war. Das Freigeld und die dazugehörige Wirtschaftstheorie wurde von Silvio Gsell erdacht, der durch sogenanntes "Schwundgeld" die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes sichern, und eine Verklumpung des Finanzsystems verhindern wollte. Eben diese Vermögenskonzentration kann als eine der Hauptursachen für die globale Finanz- und Wirtschaftskrise in 2009 identifiziert werden.

Technical analysis for precious metals with major support and resistance levels and recommendations for 18-08-2009

