Roubini taxiert US-Kreditverluste auf bis zu 3,6 Billionen Dollar 21. Januar 2009, 15:13 CET
Die finanziellen Verluste durch die Kreditkrise könnten sich seinen Schätzungen zufolge auf bis zu 3,6 Billionen US-Dollar belaufen, sagte Nouriel Roubini, der Professor in New York der durch seine zutreffenden Prognosen über den Verlauf der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zum gefragten Gast bei Konferenzen und Finanzsendern wurde. ![]() Die Federal Reserve in New York - von hier wurde mit Billionenbeträgen das Banksystem bis jetzt vor dem Kollaps bewahrt
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Auf einer Konferenz in Dubai am 20. Januar sagte Roubini laut Bloomberg, dass er nun ein mögliches Ansteigen der Kreditverluste allein für amerikanische Akteure auf bis zu 3,6 Billionen US-Dollar herausgefunden habe, wobei die Hälfte dieser Verluste bei Banken und Brokern anfalle. "Wenn das wahr ist bedeutet es, dass das US-Bankensystem praktisch insolvent ist, denn das Kapital beträgt 1,4 Billionen Dollar. Dies ist eine systemische Bankenkrise."
Nouriel Roubini schätzte die Kreditverluste bereits Ende 2007 auf damals enorm anmutende 1 bis 2 Billionen Dollar, während alle anderen "Experten" nur mit "ein paar hundert Milliarden" rechneten. Anfang 2008 schloss sich auch der IWF Roubini's "Katastrophenszenario" an und prognostizierte Verluste in Höhe von 975 Milliarden Dollar. Mittlerweile summieren sich laut Berechnungen von Bloomberg die Verluste und Abschreibungen von Finanzinstitutionen weltweit auf über eine Billionen Dollar, und ein Ende ist noch nicht absehbar. Somit war auch Roubini's Szenario noch zu optimistisch, doch er korrigiert sich nun zumindest zeitig.
In den vergangenen eineinhalb Wochen verzeichneten die Aktienmärkte weltweit wieder starke Verluste, wofür neben sehr schlechten Konjunkturdaten insbesondere der neuerliche Crash des Bankensektors verantwortlich ist. In Großbritannien sieht man mit Sorge der möglichen Verstaatlichung der Großbanken Barclays und Royal Bank of Scotland entgegen. Letztere gab am 19. Januar einen Rekordverlust von 31 Milliarden Euro bekannt, während die Aktien von Barclays im Januar um 62 Prozent abgestürzt sind. In den USA sorgten letzte Woche die Bank of America und Citigroup mit schlechten Ergebnissen für Schlagzeilen, und die Notierungen rutschen diese Woche weiter stark ins Minus.
Dazu sagt Noriel Roubini, dass die Probleme von Citigroup und Bank of America darauf hinweisen, dass das System bankrott sei - und in Europa sei es dasselbe. Copyright 2009 IBTimes Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Dieser Artikel ist durch die International Business Times geschützt.
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