IBTimes Anmelden

close
Benutzername
Passwort

Rabenschwarze Konjunkturprognose aus Kiel



Von AP
22. Dezember 2008, 16:54 CET

Hamburg/Berlin - Die deutsche Wirtschaft geht aus Sicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) auf eine beispiellose Talfahrt. Die Forscher erwarten, dass die Wirtschaftsleistung im Rezessionsjahr 2009 um 2,7 Prozent schrumpft. Dieses Minus wäre dreimal größer als das schlechteste Jahr in der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte: 1975 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wegen der Ölkrise um 0,9 Prozent.

«Deutschland steht vermutlich vor der schwersten Rezession in der Nachkriegszeit», prophezeiten die Ökonomen am Montag. Das IfW beurteilt die Lage damit noch düsterer als alle anderen Forschungsinstitute: Minus 1,9 Prozent sagte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle voraus, minus 2,2 Prozent prognostizierte das Münchener ifo-Institut, minus 2 Prozent das RWI.

Fatal sind laut IfW die Produktionsstopps mehrerer Großunternehmen, unter anderem aus der Autoindustrie. Auch seien die Stimmungsumfragen unter den Firmen kräftig eingebrochen. Und überdies lägen die Exporterwartungen in der Nähe historischer Tiefstände.

Sorgen macht den Forschern auch die Arbeitslosigkeit. Nach 3,3 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2008 rechnet das IfW mit 3,7 Millionen im Jahr 2009 und 3,9 Millionen im Jahr 2010.

Hoffnung auf Inlandsnachfrage

Hoffnung mache aber die Inlandsnachfrage, die eine stabilisierende Wirkung auf die Konjunktur haben werde. Steuerentlastungen und die gesunkenen Energiepreise kämen den Verbrauchern zugute.

Tatsächlich trotzen die Verbraucher im Weihnachtsgeschäft der Finanzkrise. Zum Jahresausklang hat sich die Konsumentenstimmung auf niedrigem, aber stabilem Niveau eingependelt, wie aus der neuen GfK-Konsumklimastudie für Dezember hervorgeht. Für Januar erwarten die GfK-Forscher beim Konsumklimaindex einen Wert von 2,1 Punkten und damit keine Veränderung zu Dezember. Allerdings steigt die Angst vor Arbeitslosigkeit.

Die Stütze des Konsumklimas ist die aktuelle Kauflaune, denn mit der Einkommens- und der Konjunkturerwartung ging es deutlich bergab. Die weitere Wirtschaftsentwicklung beurteilen die Bundesbürger erneut skeptischer als im Vormonat. Nach einem kurzen positiven Intermezzo schätzen die Verbraucher auch ihre persönliche Einkommensentwicklung wieder schlechter ein.

Angesichts des Konjunktureinbruchs häufen sich die Vorschläge zur Wirtschaftsbelebung. Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen verlangte zinsfreie Kredite für verschuldete Gemeinden. Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel forderte eine Zwangsanleihe für Reiche und die CSU zügige Steuersenkungen. Zudem prüft die Bundesregierung bis zum Koalitionsgipfel Anfang Januar nun auch eine Senkung der Krankenkassenbeiträge.

    Social Networks :
  • MySpace
  • Short News
  • Facebook
  • Delicious
  • Mister Wong
  • Link Arena
  • webnews
  • YIGG
  • WIKIO
Copyright 2009 The Associated Press. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
Kommentare

Beitrag kommentieren

*Name



Mehr Weltwirtschaft + Politik
Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao warnte am Sonntag davor, dass die Weltwirtschaft vor einem neuen Abschwung stehen könnte. Als Gründe nannte Wen auf d...
Die normalerweise wenig beachteten französischen Regionalwahlen werden für Staatschef Nicolas Sarkozy zu einem wichtigen Stimmungstest. Umfragen zufolg...
Gesundheitsminister Philipp Rösler will gesetzliche Handelsspannen des Arzneimittel-Großhandels einem Zeitungsbericht zufolge um 400 Millionen Euro im Ja...

Anzeige
INNOVA SOLAR

Wir planen Ihre Solarstromanlage und kümmern uns um die vollständige Abwicklung

AVAFX Online Trading Center

Gratis Demo, keine Gebühren Ab €100, Hebel 200:1, Nachrichten

Forex – devisenhandel – FXCM

Kostenloses Devisenhandel Demokonto mit € 5.000 zum Üben

 
www.ibtimes.de Web
 
International Business Times© 2010 The Ibtimes Company. All Rights Reserved. Partners