Hamburg startet Pilotprojekt zur Nummerierung von AutobahnbrückenVon AP
22. Dezember 2008, 12:37 CET Hamburg - Zur Verbesserung der Sicherheit setzt sich Hamburg für eine bundesweite Nummerierung von Autobahnbrücken ein und startet ein entsprechendes Pilotprojekt. «Wenn alles rund läuft, könnte voraussichtlich ab Mai 2009 mit der Nummerierung der Autobahnbrücken begonnen werden», sagte Innensenator Christoph Ahlhaus im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Die Innenbehörde habe bereits mit den Vorbereitungen begonnen. ![]()
Der Modellversuch soll demnach mindestens drei Jahre dauern und von der Bundesanstalt für Straßenwesen wissenschaftlich begleitet werden. Auch sei Niedersachsen als angrenzendes Bundesland dabei.
Ahlhaus setzt sich dafür ein, dass mittelfristig in ganz Deutschland die Autobahnbrücken nummeriert werden. «Es ist vorgesehen, die Brückennummerierung auf der Verkehrsministerkonferenz im April 2009 zu thematisieren», sagte der CDU-Politiker. Nach dem tödlichen Holzklotzwurf von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hatte er Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in einem Brief eine bundesweite Nummerierung vorgeschlagen.
«Mit Hilfe der Nummerierung können beispielsweise ortsfremde Fahrer, die verdächtige Personen auf einer Brücke beobachten, der Polizei präzise Hinweise auf den Standort geben», sagte Ahlhaus. Auch könnten auswärtige Autofahrer, die sich in der Gegend nicht auskennen, bei einem Verkehrsunfall in der Nähe einer nummerierten Brücke die Rettungskräfte besser und schneller zum Ort des Geschehens lotsen. Positive Beispiele gebe es im Ausland, zum Beispiel in Italien.
Ahlhaus appelliert an Fußgänger auf Autobahnbrücken
Im März dieses Jahres war von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg ein Holzklotz auf die A 29 geworfen worden und hatte den Wagen einer Familie getroffen. Die 33-jährige Mutter starb auf dem Beifahrersitz.
In Hamburg eignen sich laut Ahlhaus für eine Nummerierung insgesamt 58 Autobahnbrücken, die auch von Fußgängern betreten werden können. Parallel dazu soll die Polizei im Rahmen ihrer normalen Streifenfahrten auf Autobahnbrücken und Menschen, die sich dort aufhalten, achten. «Jeder Autofahrer kennt das mulmige Gefühl, das ihn beschleicht, wenn oben auf der Brücke Leute stehen. Und man erlebt durchaus, dass es unten auf der Fahrbahn zu abrupten Reaktionen kommt, wenn sich oben Menschen aufhalten», sagte der Hamburger Innensenator. Er appelliert an Passanten, sich nicht länger als nötig auf Autobahnbrücken aufzuhalten, um die Fahrer nicht zu irritieren. Copyright 2009 The Associated Press. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
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