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Die Prognosen derer, die auch die Finanzkrise vorhergesagt haben



17. December 2008, 00:57 EDT

Frankfurt a. M. - Die Finanzkrise, und ebenso die nun darauf folgende Wirtschaftskrise, wurde von den wenigen wirklich fachkundigen Personen bereits seit Jahren erwartet, und von einigen auch öffentlich und präzise vorhergesagt. Zu diesen Leuten gehören der seit dem Beginn der Finanzkrise schlagartig berühmte Professor Nouriel Roubini, der ähnlich aufgestiegene Volkswirt Nassim Nicholas Taleb, der erfahrene Schweizer Fondsmanager Marc Faber, die beiden Amerikaner Ron Paul und Peter Schiff und nicht zuletzt Franck Biancheri mit seinem Think-Tank LEAP/E2020.

Grundlage für die erfolgreichen und präzisen Prognosen ist dabei das Wissen um den wichtigsten Aspekt welcher der Krise zugrunde liegt: Die enorme, universelle Kreditblase welche in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten, primär in den angelsächsischen Ländern, aufgebläht wurde.

Gemeinsam ist auch fast allen, dass sie nach dem Platzen der Schuldenblase eine sehr schwere Weltwirtschaftskrise kommen sehen, die insbesondere für die Vereinigten Staaten die Form einer längerfristigen Depression haben wird. Die Folgen für die USA dürften sogar schlimmer als die Große Depression in den 1930er Jahren werden, sagen alle außer Roubini. Marc Faber, der Börsenexperte der bereits durch die exakte Vorhersage des Crashs von 1987 berühmt wurde, ist für seine Aussage bekannt, dass die USA "früher oder später bankrott gehen" würden. Biancheri gibt für dieses Ereignis sogar den Sommer 2009 als genaues und auch zeitnahes Datum an.

Die größte Sorge im Zusammenhang mit der sich verschlimmernden Lage in den USA gilt dabei der Nahrungsmittelversorgungslage und allgemeinen Sicherheit: Roubini warnt vor Ausschreitungen, Schiff und Faber erwähnen die Möglichkeit, dass während dieser Phase das Kriegsrecht ausgerufen werden könnte, während Faber sogar das Ende der jetzigen Regierungsform für möglich hält.

Peter Schiff, Wirtschaftsberater des US-Abgeordneten Ron Paul's während dessen Präsidentschaftskampagne 2008, geht davon aus, dass Asien und Europa vor den USA eine wirtschaftliche Erholung erleben und auch langfristig eine bessere Wirtschaftsentwicklung verzeichnen werden.

Franck Biancheri der mit seinem Team den hochkarätigen Informationsdienst GEAB herausgibt, der nach eigenen Angaben im Jahr 2008 mit 80 Prozent seiner Vorhersagen richtig lag, während die meisten großen Institute selbst bei einmonatigen Prognosen extrem danebenlagen, ist überzeugt von der relativen Stärke Europas. Allerdings nur für den Fall dass die Europäische Union koordiniert und richtig handelt. Nötig ist nach seinen Worten ein grundlegend neues Weltfinanzsystem, in dem der internationale Handel sich auf eine stabilere Weltwährung stützen kann, und es keine globalisierte Finanzspekulation mehr gibt.

In der neuesten Ausgabe, Nummer 30 des GEAB, warnt LEAP/E2020 davor, dass die globale Systemkrise bereits im März 2009 auf eine neue Ebene eskalieren werde, wenn die breite Öffentlichkeit die verheerenden Auswirkungen realisiert: Explosive Massenentlassungen, ein drohender Kollaps der kapitalgestützten Rentensysteme, der vollständige Kontrollverlust der Verantwortlichen und Regierungen sowie die bittere Tatsache einer jahrelangen Weltwirtschaftskrise. Der Zeitpunkt einer Stabilisierung wird für Europa und Asien nicht vor Ende 2010 stattfinden, und für die USA und UK sogar erst 2018 kommen.

www.rgemonitor.com

www.leap2020.eu

www.europac.net

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