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Japanische Arbeiter verarmen, Einkommensschere klafft immer weiter



Von AP
28. November 2008, 12:12 CET

Murasawa ist ein typischer Vertreter dieser neuen Klasse. Er wuchs in der ländlichen Yamaguchi-Präfektur rund 700 Kilometer westlich von Tokio auf. Seine Eltern betrieben ein kleines Gemüsegeschäft, und weil er sich ein Universitätsstudium nicht leisten konnte, begann er nach der Schule in dem Laden zu arbeiten. Vor zwei Jahren zog er in der Hoffnung auf einen gut bezahlten Job in die Hauptstadt. Was er fand war aber nur eine Reihe von kurzzeitigen Anstellungen, die ihm gerade das Überleben sicherten. «Manchmal frage ich mich, wozu ich überhaupt lebe», sagt er. «Ich habe aufgehört, auf die Zukunft zu hoffen. Heiraten scheidet aus Geldmangel aus.»

Marxistischer Roman ist Überraschungs-Bestseller

Diese Hoffnungslosigkeit wird immer mehr zum Allgemeingut: Überraschungs-Bestseller des Jahres ist der 1929 geschriebene marxisitische Roman «Das Krabbenfabrikschiff» des Kommunisten Takiji Kobayashi. Der Autor, der 1933 in einem Tokioter Gefängnis unter Polizeifolter starb, schildert darin die höllischen Arbeitsbedingungen der Schiffsarbeiter unter einem sadistischen Kapitän. Seit Anfang des Jahres wurde das Buch mehr als 500.000 Mal verkauft, nachdem der Verlag Shinchosha in Werbekampagnen das Leid der Arbeiter auf dem Fabrikschiff mit dem der arbeitenden Armen im modernen Japan verglichen hatte.

«Das Buch scheint den Nerv der neuen Armen getroffen zu haben, die spüren, dass ihr Leben nicht besser wird, so sehr sie sich auch anstrengen», sagt Verlagssprecher Tsutomu Sasaki. Rund 30 Prozent der Leser sind nach seiner Schätzung junge Männer in ihren 20ern.

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