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Konkurrenz-Gewerkschaften setzen GDL im Bahn-Streit unter Druck



05. März 2008, 21:19 CET

Berlin - Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn setzen die Gewerkschaften Transnet und GDBA die konkurrierende Lokführervereinigung GDL unter Druck, die ab Montag mit unbefristetem Streik droht.

Wenn die GDL nicht in der Lage sei, einen Tarifvertrag für alle Lokführer auszuhandeln, würden Transnet und GDBA dies selbst wieder übernehmen, sagte ein Transnet-Sprecher am Mittwoch in Berlin. Die Gewerkschaften wollten damit verhindern, dass die bei ihnen organisierten Lokführer darunter leiden müssten, dass ein Tarifabschluss zwischen Bahn und GDL bisher nicht zustande gekommen sei.

Die Bahn bestätigte, dass Transnet und GDBA nun doch wieder die Vertretung aller Lokführer übernehmen und einen Tarifvertrag für sie aushandeln wollen. Der Konzern wolle sich allerdings mit allen drei Gewerkschaften gemeinsam verständigen. "Dafür muss die GDL aber endlich ihre Verweigerungshaltung aufgeben", forderte Personalvorstand Margret Suckale. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass zur Tarifeinigung mit der GDL ein Grundlagentarifvertrag und ein Kooperationsabkommen zwischen den Gewerkschaften gehöre.

Die Verhandlungen über einen Grundlagentarifvertrag zwischen Bahn und GDL waren am Montag gescheitert. Die Gewerkschaft warf dem Konzern vor, mit dem Abkommen die Eigenständigkeit ihres neuen Tarifvertrages ad absurdum führen zu wollen. Sie kündigte daher jegliche Verhandlungen über einen Grundlagentarifvertrag auf und verlangte von der Bahn, den neuen Tarifvertrag ohne Bedingungen zu unterschreiben. Wenn dies nicht geschieht, will die GDL ab Montag unbefristet den Personen- und Güterverkehr lahmlegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte unterdessen an die Vernunft aller Tarifparteien. Ziel müsse es sein, "dass wir in möglichst allen Bereichen zu vernünftigen Verhandlungen kommen und dass die Bürgerinnen und Bürger möglichst wenig beeinflusst werden in ihrem täglichen Leben", sagte Merkel am Mittwoch in Erfurt. "Ich hoffe auf die Vernunft aller Tarifpartner."

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